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Qualitätsrichtlinien für Websites ✅

Google hat einen ganzen Maßnahme-Katalog im Rahmen der Webmasterrichtlinien zusammengestellt. Dieser soll Webmaster helfen, ihre Website entsprechend zu designen und vor allem Benutzer-freundlich zu betreiben.

Die Qualitätsrichtlinien sind ein Bestandteil der Webmasterrichtlinien. Darin wird aufgezeigt, was nicht erwünscht ist und was ggf. zu einer Abstrafung führt. Unabhängig was man davon halten mag, kann es Konsequenzen nach sich ziehen, gegen diese Qualitätsrichtlinien zu verstoßen.

In der Tat finden wir sehr viele Websites, die offensichtlich gegen diese Richtlinien verstoßen. Das legt den Verdacht nahe, dass die Algorithmen allein nicht wirklich fähig sind, die Qualität einer Website zu beurteilen. Es gibt jedoch bei Google das Webspam-Team. Dieses überprüft manuell Websites auf Verstöße hin. Kommt man mit seiner Website in den Fokus dieses Teams, dann kann man sehr schnell aus dem Index verbannt werden.
Wer seine Website plötzlich nicht mehr im Index findet, könnte ein Kandidat einer De-Indexierung geworden sein. Wir nennen das dann Delisting einer Website.

Das Delisting ist die schärfte Art eines Penaltys für Websites bzw. Domains. Es gibt mehrere Level von Penaltys:

  1. Penalty auf der Keyword-Ebene. Hier wird eine Website Keyword-bezogen bestraft. Erkennen die Algorithmen, dass eine Website unnatürlich versucht ein Keyword zu pushen, dann greift diese Strafe. Im Ergebnis, wird die Website zu festgelegten Keywords nicht mehr gefunden. Diese Strafe wird sehr häufig und schnell verhängt.
  2. Hier werden einzelne URLs aus dem Index entfernt. Die Domain selbst bleibt jedoch im Index.
  3. Entfernung von Subdomains aus dem Index. Die Hauptdomain bleibt noch im Index.
  4. Alle URLs, die zu einer Domain gehören werden entfernt. Neue Unterseiten können trotzdem noch im Index landen, wenn diese von Websites mit hohem TRUST verlinkt werden.
  5. Stufe 5 ist das härtesten Penalty und führt zum Delisting der kompletten Domain. Jede URL der Domain steht dann automatisch auf einer Blacklist.

Wir unterscheiden demnach 2 Arten von Abstrafungen. Einmal von Algorithmen verhängte Strafen. Die beiden dafür verantwortlichen Algorithmen heißen „Panda“ oder „Pinguin“. Diese beiden verhängen manchmal sehr übereifrig Strafen. Wer seine Website mit Google Analytics überwacht, wird ein plötzlichen Einbruch des organischen Traffics verzeichnen.

Wurden durch das Webspam-Team Black-Hat-Methoden erkannt, werden die manuellen Penaltys aktiv. In der Google Search Console wird dem Webmaster dann oft angezeigt „Manuelle Maßnahme“. Erscheint diese Meldung, ist das Penalty bereits aktiv und es macht dann keinen Sinn mehr, an der Website irgendwie herum zu doktern. Das würde die Situation meistens noch verschärfen. Greift ein manuelles Penalty, dann gilt die Website als sanktioniert und der betroffene Webmaster fährt am besten, wenn er die bestrafte Seite (meistens eine spezielle Unterseite) selbst auf Nofollow setzt oder auf Noindex. Google erkennt das sehr wohl und könnte sich nach einiger Zeit wieder beruhigen. Das kann jedoch sehr lange dauern (2 Jahre und mehr).

Für deutsch-sprachige Webmaster ist es nicht einfach, eine Kommunikation mit Google zustande zu bekommen. Selbst wer sich an den Support über die Search Console wendet, wird wahrscheinlich lange auf eine Reaktion warten müssen. Google lässt hier auch nicht mit sich diskutieren.

Was sind Black-Hat-Methoden?

  • Übermäßige Verwendung von Keywords
  • Unnatürlicher Backlinkzuwachs in sehr kurzer Zeit
  • Maßenhaft Copy and Paste Content
  • Rating Fakes (Falsche Bewertungen in z.B. Rich snippets)
  • Automatisierte Reorganisierung von Content bei Reload der Website
  • Unsichtbare Schrift (z.B. Weiße Schrift auf weißen Background, Hidden text)
  • Gekaufte Backlinks
  • Spam und irreführende Angebote (z.B. Verdiene 1000 EUR pro Tag mit Nichtstun)
  • Links zu anderen Websites mit fraglichen Inhalten, die meistens juristisch relevant sind
  • User generated Spam Content (Wer z.B. Kommentare ungeprüft zulässt, die hauptsächlich aus Spam bestehen)
  • Cloaking (Das ist eine besonders miese Methode, bei der der Content in Abhängigkeit des User-Agents ausgeliefert werden. Zum einen werden Daten für die Suchmaschinen ausgeliefert und zum anderen für echte Websitebenutzer. Für letztere handelt es sich nicht selten um minderwertige oder fragwürdige Inhalte. Durch Cloaking versucht der Websitebetreibe demnach die Suchmaschinen zu täuschen. So ein Verhalten führt bei Bekanntwerden sehr schnell zu einem Penalty.)

Auch gehackte Websites, von denen Malware verteilt wird, werden nach wenigen Meldungen schnell De-indexiert und die Browser geben eine Warnung aus, wenn jemand eine solche Website aufrufen will.

Eine manuelle Abstrafung kommt jedoch relativ selten vor und man muss schon sehr extrem in Erscheinung treten, um in diesen „Genuss“ zu kommen. Es kann jedoch auch passieren, dass Leute massenhaft eine Website melden, die irgendwie anstößig ist. Das öffnet viel Raum, um unliebsame Inhalte zu melden, mit dem Ziel den Content zu entfernen. Hier kann man Websites melden:
https://www.google.com/webmasters/tools/spamreport?hl=de
Wenn die Menge an Meldungen groß genug ist, ist es wahrscheinlich, dass Google in irgendeiner Weise reagiert. Früher oder später wird sich das Webspam-Team eine oft gemeldete Website ansehen, analysieren und ggf. reagieren. Hier steckt sehr viel Missbrauchts-Potential drin. Wir kennen das von Youtube. Dort werden oft gemeldete Video schnell gesperrt. Das scheint mehr eine Frage der Quantität von Meldungen zu seien, als der wirklichen Qualität des Contents zu entsprechen.

Natürlich will Google auf Grund der Gesetzeslage keine Risiken eingehen und da kann schon mal eine Website ihre Sichtbarkeit sehr einbüßen, wenn diese genügend Gegner hat. Die Seite muss nicht mal aus dem Index verbannt werden, es genügt schon, wenn diese Context-bezogen ihre Sichtbarkeit verliert. Kein Betreiber einer Plattform kann sich im rechtsfreien Raum bewegen und so führen Beschwerden, ob nun berechtigt oder unberechtigt auf jeden Fall zu einer Überprüfung der Website.

Wer es tatsächlich zum Delisting „geschafft“ hat, dem empfehlen wir die Domain zu kündigen. Eine Website, die einmal ge-delistet wurde, kommt nie wieder auf die Beine oder wirklich nur sehr schwer.

Dummerweise werden solche Domains trotzdem von Domain-Händler verkauft bzw. angeboten. Wenn der Domainname gut ist, bekommen die Händler selbst für eine solche Domain noch einen hohen Preis. Der Käufer jedoch hat eine verbrannte Domain erworben. Ein erfolgreiches Projekt mit so einer Domain zu starten, dürfte sehr schwierig sein. Deswegen sollte jeder, der eine Domain kauft vorher überprüfen, ob diese von einem Penalty betroffen ist oder war. Auch jeder Webmaster kann hier überprüfen, ob die eigene Website von einer Sanktionierung betroffen ist oder war.

https://feinternational.com/website-penalty-indicator/

Eine Domain, die viele rote und hellblaue Balken hat, sollte man mit Vorsicht behandeln.
Fast jede Website wird einmal von einem temporären Penalty betroffen sein. Kritisch wird es, wenn der komplette Chart nur aus roten und hellblauen Balken besteht.

In jedem Fall ist es zwingend sich mit den Webmaster-Richtlinien zu beschäftigen bevor man eine Website online stellt. Jeder ist mehr oder weniger von den Suchmaschinen abhängig. Google hat hier ein Quasi-Monopol geschaffen und auch wenn Bing und die Proxy-Suchmaschinen Marktanteile gewinnen, spielt Google die erste Geige. Wer organischen Traffic möchte, kommt an Google nicht vorbei. Hier können Sie die Webmaster-Richtlinien lesen: https://support.google.com/webmasters/answer/35769?hl=de